Bescheuerte Betrugsversuche


15 11 2005
Heute mittag gegen 12.30h war es, als ich gerade aus einer Besprechung kam. Kurz aufs Mobiltelefon gelinst, welches ich an meinem Arbeitsplatz liegen gelassen hatte, erspähe ich 10 Anrufe in Abwesenheit. Natürlich "Keine Nummer" auf dem Display. Naja, aber wenn es die Person die letzten 60 Minuten schon 10 mal versucht hat mich zu erreichen, wird sie es bestimmt gleich wieder versuchen. Und siehe da, keine 30 Sekunden später leuchtete das Display wieder auf. "Anonymer Anrufer". Am anderen Ende der Leitung eine total aufgewühlte Bekannte, nennen wir sie mal Emma.

Emma erzählte mir das sie gerade einen Brief bekommen habe von einer "SMS Telecom ApS", die EUR 49,90.- von ihr haben will für einen Zugang ins Internet. Ich frage wie die denn darauf kommen? "Hast im Internet was angeklickt?" Hatte sie natürlich nicht, denn Emma nutzt das Internet gar nicht! Allerdings hätte vor drei Tagen jemand angerufen und gefragt ob sie die Emma und ob die im Telefonbuch angegebene Adresse die richtige sei. Alles kurz mit Ja beantwortet und Gespräch beendet. Nun kam also heute dieser Brief. Das lustige an der Sache ist, der Telefonanschluss gehört der Emma gar nicht, sondern ihrem Ehemann. Der hat aber einen komplett anderen Nachnamen. Und auf den läuft der Anschluss. Im Telefonbuch steht aber noch die Emma drin, weil ihr der Anschluss gehörte bis vor einigen Jahren. Klingt vielleicht alles etwas verwirrend, ist es aber eigentlich gar nicht.

Letztenendes lag der Verdacht nahe, dass sich das ganze um ne ganz billige Betrugsmasche handelt. Also mal kurz die Suchmaschine meines Vetrauens befragt und der Verdacht bestätigt sich.

Das was die Verbraucherzentrale dort schreibt ist natürlich auch 'ne Möglichkeit und vielleicht sogar die beste, nämlich einfach gar nichts machen, außer die Firma wagt es doch tatsächlich einen gerichtlichen Mahnbescheid zu erwirken.

Allerdings etwas blöd für die Firma, wenn sie eine Seite ins Internet stellt auf der das Impressum nicht dem § 6 des Teledienstgesetzes entspricht. Dort heisst es unter anderem, dass zu den Pflichtangaben die Anschrift gehört und ein Postfach nicht genüge. Was hat die Firma angegeben - genau ein Postfach. Desweiteren ist seit dem 01.07.2002 der § 14 Abs. 1a UStG in Kraft, nachdem man seine Steuernummer (oder Umsatzsteuer-ID) in der Rechnung auszuweisen hat.

In der Rechnung muss entweder die vom inländischen Finanzamt erteilte Steuernummer oder die vom Bundesamt für Finanzen erteilte USt-Identifikationsnummer angegeben werden.

Da die Firma ihren Sitz in Lübeck angibt, kann sie wohl kaum mit einer UStID aus Dänemark (die steht nämlich im Impressum und auf der Rechnung) ankommen. Oder hab ich da was falsch verstanden??

Emma wird jetzt erst mal an die Firma schreiben, Widerspruch einlegen und von der Firma die Offenlegung einer ladungsfähigen Anschrift verlangen. Dann wird die Firma wohl nochmals Post bekommen, dann allerdings von einem Anwalt. Wobei bezweifelt werden darf ob die Firma überhaupt was zurück schreibt.

Das traurige an der Sache ist dabei, dass wahrscheinlich schon mehr als genug Leute die Kohle einfach überwiesen haben, einfach weil sie sich Ärger ersparen wollen und der tolle Firmeninhaber sich irgendwo in Spanien die Eier bräunt.



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